Die Zeitschrift Die Frankenwarte erschien von 1913 bis 1920 in Würzburg als wöchentliches Periodikum. Die erste Ausgabe wurde am 15. November 1913 veröffentlicht und mit Heft 7 des achten Jahrgangs (Februar 1920) wurde das Erscheinen eingestellt. Die Redaktion lag von 1913 bis 1919 in den Händen von Anna Ch. Hunger aus Würzburg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Frau im Journalismus noch eine Ausnahme. 1920 wurde die Redaktion vom Schriftsteller Otmar Zänglein übernommen. Treffend wird die Zeitschrift durch die ersten beiden Titelzusätze beschrieben: Illustrierte Wochen-Chronik für aktuelle Tagesfragen mit spezieller Berücksichtigung des Frankenlandes und Wochenschrift für Leben und Kunst in Franken. Der ab 1920 verwendete Untertitel zeigt eine inhaltliche und räumliche Erweiterung der Zeitschrift an: Wochenschrift für fränkisches und pfälzisches Volkstum

Programmatisch verstand sich die Zeitschrift als Forum zur Pflege und Darstellung des fränkischen und später auch des pfälzischen Volkstums. Behandelt wurden regionale Tagesfragen ebenso wie Themen aus Geschichte, Volkskunde, Kunst, Literatur und kulturellem Leben weltweit. Die Beiträge bewegten sich zwischen journalistischer Aktualität, kulturhistorischer Darstellung und belletristischer Unterhaltung. Gerade die zeitgenössischen Abbildungen haben einen großen historischen Wert und bieten Einblicke in die Stadt Würzburg, bevor diese im Zuge des Zweiten Weltkriegs am 16. März 1945 größtenteils zerstört wurde.

Während des Ersten Weltkriegs nahm die Dokumentation gefallener Soldaten aus dem Würzburger und fränkischen Gebiet breiten Raum ein. In zahlreichen Heften wurden Abbildungen und kurze biographische Texte veröffentlicht, die teils am Anfang, teils am Ende der Ausgaben platziert sind. Diese Nachrufe stellen heute eine aufschlussreiche Quelle für die regionale Erinnerungskultur und Personenkunde dar. Ergänzt wurden die Hefte durch Anzeigen regionaler Unternehmen, die zugleich Einblicke in Wirtschafts- und Alltagsgeschichte bieten. Diese Inserate trugen neben den Abonnements zur Finanzierung der Zeitschrift bei.

Zunächst erschien die Zeitschrift beim Verlag der Frankenwarte, ab 1920 bei Otmar Zänglein in Würzburg.  Möglicherweise waren es wirtschaftliche Gründe, weswegen die Zeitschrift ein unerwartetes und abruptes Ende fand.

Nicht zu verwechseln ist die hier beschriebene Wochenzeitschrift mit der Zeitschrift Die Frankenwarte – Blätter für Heimatkunde, die als Beilage zum Würzburger General-Anzeiger erschienen ist.