Über die Würzburger Adressbücher
Die Würzburger Adressbücher stellen eine über mehr als zwei Jahrhunderte gewachsene Quellenreihe zur Stadt- und Bevölkerungsgeschichte Würzburgs dar und enthalten weit mehr als reine Einwohnerverzeichnisse. Neben alphabetischen Namenslisten mit Angaben zu Beruf, Gewerbe, Wohnort oder Geschäftslokal umfassen viele Jahrgänge zusätzlich Straßen- und Häuserverzeichnisse, Übersichten zu Behörden, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen sowie Geschäfts- und Branchenanzeigen. Zahlreiche Ausgaben enthalten darüber hinaus Karten, Stadtpläne, Inserate oder illustrierende und lokalhistorische Beigaben, wodurch die Adressbücher nicht nur wichtige Quellen zur Personen- und Verwaltungsgeschichte, sondern auch zur Wirtschafts-, Sozial- und Stadtgeschichte Würzburgs darstellen.
Bibliografisch sind die Würzburger Adressbücher in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) jedoch nicht als ein einziger fortlaufender Titel verzeichnet, sondern aufgrund wiederholter Titeländerungen auf mehrere eigenständige Zeitschriftenaufnahmen verteilt. Eine Übersicht über die verschiedenen Titel wird an dieser Stelle dargelegt:
1806: Vollständiges Adreß-Buch der churfürstlichen Haupt- und Residenzstadt Würzburg
1838–1846; Nachtrag 1848: Umfassendes Adreßbuch für Würzburg
1846 (parallel): Neuestes Adreß-Buch für Würzburg : königl. bayer. Universitäts- und Kreis-Hauptstadt von Unterfranken und Aschaffenburg
1852; 1870–1872: Adreß-Handbuch für die kgl. bayer. Kreis-Haupt- und Universitäts-Stadt Würzburg
1859–1865: Adreßbuch für Würzburg
1868: Adreßbuch für die königlich bayrische Kreishaupt- und Universitäts-Stadt Würzburg
1876–1896: Adreß- und Geschäfts-Handbuch für die kgl. bayer. Kreis-Haupt- und Universitäts-Stadt Würzburg
1897–1917: Würzburger Adreßbuch
1918–1939: Würzburger Wohnungsbuch
1940–1956: Würzburger Adreßbuch
1957–1961: Adreßbuch der Stadt Würzburg
1962–1986: Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung
1987–2002: Amtliches Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung
Den Beginn der Reihe bildet das „Vollständige Adreß-Buch der churfürstlichen Haupt- und Residenzstadt Würzburg“ (1806), welches durch das „Vollständiges Adreß-Buch der Königlichen Kreishauptstadt Würzburg“ (1829–1835) fortgesetzt wird. Daraufhin folgen „Umfassendes Adreßbuch für Würzburg“ (1838–1846; Nachtrag 1848) sowie ebenfalls für das Jahr 1846 parallel und unabhängig ein „Neuestes Adreß-Buch für Würzburg : königl. bayer. Universitäts- und Kreis-Hauptstadt von Unterfranken und Aschaffenburg“. Anschließend erschienen „Adreß-Handbuch für die kgl. bayer. Kreis-Haupt- und Universitäts-Stadt Würzburg“ (1852; 1870–1872), „Adreßbuch für Würzburg“ (1859–1865) sowie „Adreßbuch für die königlich bayrische Kreishaupt- und Universitäts-Stadt Würzburg“ (1868). Die folgenden Jahrgänge bringen die Gewerbe der Stadt mehr in den Vordergrund, was sich auch im neuen Titel widerspiegelt: „Adreß- und Geschäfts-Handbuch für die kgl. bayer. Kreis-Haupt- und Universitäts-Stadt Würzburg“ (1876–1896). Ab dem Ende des Jahrhunderts setzt sich schließlich jedoch ein deutlich verschlankter Titel durch: „Würzburger Adreßbuch“ (1897–1917; 1940–1956). Von da an werden auch um Würzburg herum liegende Orte mit einbezogen. Während der Zwischenkriegszeit wird der Titel zu „Würzburger Wohnungsbuch“ (1918–1939) geändert, aber ab 1940 zu seinem vorherigen Namen zurückgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Reihe zunächst unter dem Titel „Adreßbuch der Stadt Würzburg“ (1957–1961), „Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung“ (1962–1986) und anschließend als „Amtliches Adreßbuch Stadt Würzburg und Umgebung“ (1987–2002) fortgesetzt.
Parallel dazu entstehen kompaktere Begleitpublikationen wie „Wegweiser“ (1987–1988; 1997–2002; 2004/05–2006/07; 2010/11–2023/2024), „Würzburger Wegweiser“ (1989–1996) oder „Alles über Würzburg und Umgebung“ (2004/05–2006/07) hinzu. Die jüngste Entwicklungsstufe bildet schließlich das „Adressbuch Würzburg und Umgebung mit Wegweiser / Stadt Würzburg“ (ab 2008/09 bis zur Einstellung 2025).
Die Würzburger Adressbücher stellen damit trotz ihrer zahlreichen Titeländerungen eine historisch kontinuierliche Quellenreihe dar, deren bibliografische Aufsplitterung vor allem aus den jeweils wechselnden offiziellen Titelfassungen resultiert.